Arbeitsproduktivität

Arbeitsproduktivität Definition

Im Folgenden möchten wir Ihnen eine detaillierte Definition der Arbeitsproduktivität liefern. Alle Unternehmen streben danach, ihre Ressourcen möglichst schonend und produktiv einzusetzen, um einen Mehrwert zu erzielen und dabei optimale Ergebnisse zu erreichen. Die wohl wichtigste Ressource, die Ihr Unternehmen hat, sind seine Mitarbeiter. Durch ihre Arbeitskraft werden Produkte und Dienstleistungen entwickelt und vertrieben, Maschinen oder Software dienen dabei lediglich als Hilfsmittel.

Die meisten großen Unternehmen setzen zahlreiche Produktivitätskennzahlen ein. Um die Produktivität Ihrer Mitarbeiter zu messen, bietet sich eine einfache Formel an: die Arbeitsproduktivität Formel. Sie findet im Controlling sowie im Personalwesen und der Produktionsplanung Anwendung.

Unter der Arbeitsproduktivität versteht man einen Teil der Gesamtproduktivität eines Unternehmens. Dazu zählt unter anderem auch die Maschinenproduktivität. Allgemein ergibt sich die Produktivität aus dem Verhältnis zwischen Output und den eingesetzten Faktoren Arbeit, Kapital und Material. Bei der Arbeitsproduktivität als Teilproduktivität lässt sich der Output also nicht ausschließlich auf den Faktor Arbeit zurückführen. Sie gibt das Verhältnis zwischen Output und Arbeitsleistung beziehungsweise Arbeitseinsatz an und erlaubt Unternehmen eine Einordnung ihrer betrieblichen Arbeitsproduktivität als statistische Kennzahl sowie die Entwicklung von Werkzeugen zur Steuerung und Verbesserung ihrer Arbeitsproduktivität.

Arbeitsproduktivität Formel

Wie berechnet man die Arbeitsproduktivität?

Wie verwenden Sie die Arbeitsproduktivität Formel? Was sagt sie über die Arbeit in Ihrem Unternehmen aus und wie gehen Sie am besten mit den Ergebnissen um? Im Folgenden
zeigen wir Ihnen, was genau die Arbeitsproduktivität Formel misst und wo sie gemessen wird.

Die Arbeitsproduktivität errechnet man, indem man den Output, also die Wertschöpfung, durch den Arbeitseinsatz dividiert. Die Arbeitsproduktivität Formel als Bruch:

Arbeitsproduktivität = Output / Arbeitseinsatz

Dabei können verschiedene Größen als Arbeitseinsatz festgelegt werden: die Anzahl erledigter Aufträge, die Anzahl der eingesetzten Mitarbeiter, Arbeitsstunden oder -tage, die Produktionsmenge in Stückzahl oder Gewicht oder die Umsatzerlöse in Geldwert. Wichtig ist nur, dass die Arbeitsergebnisse messbar sind. Zum Output wiederum gehören Stück- oder Volumenangaben, Wertschöpfung und Umsatzhöhe.

Die Arbeitsproduktivität kann für einzelne Mitarbeiter, aber auch für Mitarbeitergruppen, Abteilungen oder das ganze Unternehmen berechnet werden. Sie können sie außerdem an verschiedenen Interessenlagen ausrichten und zum Beispiel nur die Produktionsmenge pro Tag oder den monatlichen Umsatz pro Mitarbeiter errechnen. So können Sie ganz unterschiedliche Informationsbedarfe befriedigen. Wenn Sie interessiert, wie einzelne Personen in Ihrem Unternehmen performen, erhalten Sie mit der Arbeitsproduktivität Formel eine Aussage über die Arbeitsleistung einzelner Mitarbeiter. Sie können sie aber auch nutzen, um einen durchschnittlichen Wert zu berechnen. Wenn Sie zum Beispiel den Durchschnitt für eine Mitarbeitergruppe erfahren möchten, teilen Sie die Summe des Arbeitseinsatzes der Gruppe durch die Summe der verwendeten Arbeitszeit.

Für eine stetige Beobachtung und die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsproduktivität, sollten Sie die Kennzahl in regelmäßigen Abständen, beispielsweise ein Mal im Monat oder Jahr, erheben.

Beispiele Berechnung Arbeitsproduktivität

Beispiel 1

Ein Schreiner stellt an einem 8-Stunden-Tag 24 Holzstühle her. So wird in diesem Fall die Arbeitsproduktivität berechnet:

Arbeitsproduktivität = Output / Arbeitseinsatz = 24 Stück / 8 Arbeitsstunden = 3 Stück/Arbeitsstunde.

Beispiel 2

Ein Automobilhersteller mit 10.000 Mitarbeitern hat im letzten Jahr 100.000 Autos produziert. Die Arbeitsproduktivität berechnet sich wie folgt:

Arbeitsprod. = Stückmenge / Mitarbeiterzahl = 100.000 Stück / 10.000 Mitarbeiter = 10 Autos/Mitarbeiter.

Einsatzbereiche

Fragen Sie sich, ob es überhaupt für jedes Unternehmen und in jeder Branche sinnvoll ist, die Arbeitsproduktivität zu ermitteln? Die Antwort lautet nein, denn die Kennzahl lässt sich zwar einfach berechnen, ihre Aussagekraft aber ist begrenzt. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, in welchem Sektor sich die Berechnung der Kennzahl lohnt und in welchem nicht.

So wird die Qualität der abgelieferten Arbeit durch die Arbeitsproduktivität nicht erfasst, da sich diese meist nicht in Stückzahlen oder ähnlichen Einheiten bestimmen lässt. Wenn ein Mitarbeiter zum Beispiel eine große Anzahl an Produkten innerhalb kurzer Zeit herstellt, diese aber qualitative Mängel aufweisen, ist die Arbeitsproduktivität hoch, doch dem Unternehmen ist nicht geholfen.

Die Formel zur Berechnung der Arbeitsproduktivität eignet sich also dann für Unternehmen, wenn sie ihren Output in Stückzahlen oder Geldeinheiten angeben können und der Arbeitseinsatz an den eingesetzten Arbeitszeiten der Mitarbeiter festgemacht werden kann. Die Kennzahl bietet sich somit vor allem für Bereiche wie die Logistik, die Landwirtschaft oder die Massenproduktion an.

In Branchen hingegen, in denen vor allem "Denkarbeit" oder kreative Arbeit geleistet wird und der Output daher nur schwer mathematisch gemessen werden kann, macht es meist nur wenig Sinn die Arbeitsproduktivität zu berechnen.

Eine weitere Schwierigkeit bei der Berechnung der Arbeitsproduktivität ist das Zurechnungsproblem. So kann es sehr gut sein, dass eine Erhöhung der Produktivität nicht auf eine Leistungssteigerung des Faktors Arbeit zurückzuführen ist, sondern auf eine Verbesserung oder Vermehrung im Einsatz der Betriebsmittel. Die Gründe für eine hohe oder niedrige Produktivität der Mitarbeiter lassen sich also nicht so einfach ermitteln und eine niedrige Arbeitsproduktivität ist häufig nicht auf die unzureichende Leistung Ihrer Mitarbeiter zurückzuführen. Stattdessen kann sie vielfältige andere Ursachen haben, beispielsweise mangelhafte Maschinen oder fehlerhaft ablaufende Prozesse.

Hierbei spielen die Folgen des technischen Fortschritts eine wichtige Rolle, der die Produktivität von Mitarbeitern pro Zeiteinheit in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesteigert hat. Die Digitalisierung in Form automatisierter Prozesse und Arbeitsabläufe, in denen Maschinen und Computer den Hauptteil der Arbeit übernehmen, hat dazu geführt, dass die eingesetzte Arbeitszeit der Mitarbeiter nur noch wenig Einfluss auf die Arbeitsergebnisse hat.

Weiterhin kann die Arbeitsproduktivität von folgenden Faktoren abhängen: dem Grad der Qualifikation und der Erfahrung der Mitarbeiter, dem wissenschaftlichen Entwicklungsstand und seiner Anwendung in der Produktion, dem Umfang der Produktionsmittel, der Entwicklungs- sowie der Spezialisierungsstufe der Produktion.

Fällt der von Ihnen ermittelte Wert der Arbeitsproduktivität also negativ aus, sollten Sie nicht überstürzt handeln, sondern gründlich nach den Ursachen suchen und alle Faktoren berücksichtigen, die sich auf die Arbeitsleistung der Mitarbeiter auswirken können.

Im Gegenzug ist eine steigende Arbeitsproduktivität nicht immer positiv zu deuten. So können die Gründe für eine Erhöhung auch höhere Investitionen sein. Grundsätzlich gibt es diese Möglichkeiten, die Produktivität gezielt zu erhöhen:

- eine Verringerung der Inputgröße, zum Beispiel durch Rationalisierung
- eine Erhöhung der Outputgröße, zum Beispiel durch die Weiterbildung von Mitarbeitern oder den Einsatz höher qualifizierter Mitarbeiter

Auch die Mitarbeiterzufriedenheit spielt bei der Steigerung der Arbeitsproduktivität eine Rolle und wird in modernen Unternehmen immer ernster genommen. Setzen Sie beispielsweise Programme für flexibles und mobiles Arbeiten um. Auch Maßnahmen, um die Wertschätzung für Ihre Mitarbeiter auszudrücken und damit deren Bindung ans Unternehmen zu stärken, helfen, die Produktivität zu steigern. Dazu gehören beispielsweise Weiterbildungsmöglichkeiten sowie kontinuierliches Feedback und die Anerkennung im Kollegenkreis. Ebenso hilft ein betriebliches Gesundheitsmanagement, beispielsweise in Form von Zuschüssen zum Fitnessstudio oder kostenlosen Unterstützungsangeboten, das Wohlbefinden am Arbeitsplatz und damit die Arbeitsleistung zu steigern.

Betrachten Sie die Arbeitsproduktivität also immer in Kombination mit anderen Kennzahlen, nur so erhalten Sie ein aussagekräftiges Gesamtbild der Produktivität Ihrer Mitarbeiter.

Warum Unternehmen die Arbeitsproduktivität berechnen sollten

Während es für manche Unternehmen und Branchen nur wenig Sinn macht, die Arbeitsproduktivität zu erheben, ist für andere die Ermittlung der Produktivität für die Bereiche Personalplanung und Produktionsplanung durchaus interessant. Sie kann zum Beispiel genutzt werden, um Veränderungen im Personalbedarf festzustellen – etwa wenn ein Unternehmen ein festes Mengenverhältnis von Mitarbeitern und zugewiesenen Kunden hat und sich plötzlich die Kundenzahl verändert. Die Kennzahl ist auch sehr nützlich, wenn es darum geht, die Arbeitsleistung von Organisationseinheiten, wie Abteilungen oder einzelnen Teams, oder die Arbeitsleistung einzelner Mitarbeiter festzustellen und zu vergleichen. Bei Personalentscheidungen wie Einstellungen, Übernahmen oder Beförderungen von Mitarbeitern kann die individuelle Produktivität eine wichtige Rolle spielen.

Anhand der Arbeitsproduktivität lassen sich folgende weitere Unternehmensbereiche kontrollieren und überprüfen, idealerweise auf einer regelmäßigen Basis: Durch die Messung von Ist-Werten und den Vergleich mit vorab festgelegten Soll-Werten lässt sich ermitteln, ob Abweichungen vorliegen und Ziele eingehalten wurden. Zeitliche Vergleiche durch regelmäßige Erhebungen ergeben Aussagen zur Entwicklung der Arbeitsproduktivität. Diese kann außerdem als Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dienen und ebenso ein Hinweis auf die Mitarbeiterzufriedenheit sein.

Fazit

Die Arbeitsproduktivität dient dazu, den Produktionsfaktor Arbeit und seine Wirksamkeit zu messen. Sie gibt das Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz beziehungsweise Arbeitsleistung und Output, also Arbeitsergebnis, an. Während die Gesamtproduktivität das Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz (inklusive aller Faktoren Arbeit, Kapital, Material) und Output darstellt, handelt es sich bei der Arbeitsproduktivität um eine Teilproduktivität. Das heißt, eine Erhöhung ist nicht zwingend auf eine Leistungssteigerung zurückzuführen, sondern kann auch Folge einer besseren Verwendung von Betriebsmitteln sein. Die Erhöhung der Arbeitsproduktivität ist also nicht immer positiv zu bewerten und Sie sollten sie stets im Kontext der Gesamtproduktivität und weiterer Kennzahlen betrachten.

Sie möchten die Arbeitsproduktivität in Ihrem Unternehmen oder einzelnen Teilbereichen erhöhen? Dafür haben Sie verschiedene Möglichkeiten: Sie können die Inputgröße verringern oder die Outputgröße erhöhen oder aber Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit durchführen.

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