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  • HR Performance-Management

Wie berechnet man die Arbeitsproduktivität?

Monika Slawinska

Alle Unternehmen streben danach, ihre Ressourcen möglichst schonend und produktiv einzusetzen, um optimale Ergebnisse zu erreichen. Die wohl wichtigste Ressource, die Ihr Unternehmen hat, sind Ihre Mitarbeiter*innen. Durch ihre Arbeitskraft werden Produkte und Dienstleistungen entwickelt und vertrieben – Maschinen oder Software dienen lediglich als Hilfsmittel.

1. Definition von "Arbeitsproduktivität"

Unter der Arbeitsproduktivität versteht man einen Teil der Gesamtproduktivität eines Unternehmens. Dazu zählt unter anderem auch die Maschinenproduktivität.

Allgemein ergibt sich die Produktivität aus dem Verhältnis zwischen Output und den eingesetzten Faktoren (Arbeit, Kapital und Material).

Bei der Arbeitsproduktivität als Teilproduktivität lässt sich der Output also nicht ausschließlich auf den Faktor Arbeit zurückführen. Sie gibt das Verhältnis zwischen Output und Arbeitseinsatz als statistische Kennzahl an.

Menschen notieren sich Informationen auf Blätter

2. Arbeitsproduktivität-Formel

Wie berechnet man die Arbeitsproduktivität?

Die Arbeitsproduktivität errechnet man, indem man den Output, also die Wertschöpfung, durch den Arbeitseinsatz dividiert:

Arbeitsproduktivität = Output / Arbeitseinsatz

Dabei können verschiedene Größen als Arbeitseinsatz festgelegt werden.

Beispiele dafür sind:

  • die Anzahl erledigter Aufträge
  • die Anzahl der eingesetzten Mitarbeiter*innen
  • geleistete Arbeitsstunden oder -tage

Wichtig ist nur, dass die Arbeitsergebnisse messbar sind. Zum Output wiederum gehören Stück- oder Volumenangaben, Wertschöpfung und Umsatzhöhe.

Was kann mit der Formel gemessen werden?

Die Arbeitsproduktivität kann für einzelne Mitarbeiter*innen, aber auch für Gruppen, Abteilungen oder das ganze Unternehmen berechnet werden.

Mit der Formel erhalten Sie eine Aussage über die Arbeitsleistung einzelner Teammitglieder. Sie kann aber auch dazu genutzt werden, einen durchschnittlichen Wert für eine Gruppe von Mitarbeiter*innen zu berechnen.

Wenn Sie die Produktivität in regelmäßigen Abständen messen, schaffen Sie Vergleichbarkeit und können ihre Entwicklung beobachten.

3. Beispiele für die Berechnung der Arbeitsproduktivität

Beispiel 1

Ein Schreiner stellt an einem 8-Stunden-Tag 24 Holzstühle her. In diesem Fall rechnet man:

Arbeitsprod. = Output / Arbeitseinsatz = 24 Stück / 8 Arbeitsstunden = 3 Stück/Arbeitsstunde.

Beispiel 2

Ein Automobilhersteller mit 10.000 Mitarbeiter*innen hat im letzten Jahr 100.000 Autos produziert. Die Arbeitsproduktivität ergibt sich wie folgt:

Arbeitsprod. = Stückmenge / Mitarbeiter*innenzahl = 100.000 Stück / 10.000 Mitarbeiter*innen = 10 Autos/Mitarbeiter*innen.

4. Einsatzbereiche

Ist die Ermittlung der Arbeitsproduktivität für alle Unternehmen sinnvoll?

In manchen Sektoren lohnt sich die Berechnung der Kennzahl nicht, da sie die Qualität der Arbeit nicht erfasst. Wenn ein*e Mitarbeiter*in viele Produkte innerhalb kurzer Zeit herstellt, können diese qualitative Mängel aufweisen. Dann ist dem Unternehmen trotz hoher Arbeitsproduktivität nicht geholfen.

Für wen ist die Formel sinnvoll?

Die Formel eignet sich also dann für Unternehmen, wenn sie ihren Output quantifizieren können. Das heißt, dass die Ergebnisse sich in Zahlen ausdrücken lassen. Die Kennzahl bietet sich somit vor allem für die Logistik, Landwirtschaft oder Massenproduktion an.

Für kreative Branchen hingegen ist eine Berechnung kaum sinnvoll. Der Output ist hier nur schwer quantitativ erfassbar.

Welche Schwierigkeiten gibt es bei dieser Methode?

Eine weitere Schwierigkeit bei der Berechnung sind mögliche Fehlschlüsse. So kann es gut sein, dass eine Produktivitätssteigerung nicht an einer Leistungssteigerung in Bezug auf die Arbeit liegt. Auch eine Optimierung oder Aufstockung der Betriebsmittel kann hierfür verantwortlich sein.

So ist auch eine niedrige Arbeitsproduktivität häufig nicht auf schwache Leistung Ihrer Mitarbeiter*innen zurückzuführen. Stattdessen kann sie vielfältige Ursachen haben, beispielsweise mangelhafte Maschinen oder fehlerhaft ablaufende Prozesse.

Arbeitsproduktivität und technischer Fortschritt

Hierbei spielt der technische Fortschritt eine wichtige Rolle. Dieser hat die Produktivität von Mitarbeiter*innen pro Stunde in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesteigert. Durch die Digitalisierung wurden Prozesse und Arbeitsabläufe, in denen Maschinen und Computer den Hauptteil der Arbeit übernehmen, automatisiert. Die eingesetzte Arbeitszeit der Mitarbeiter*innen wird somit immer unwichtiger für die Produktivität.

Von welchen Faktoren kann die Arbeitsproduktivität noch abhängen?

Ansonsten kann die Arbeitsproduktivität vom Grad der Qualifikation und der Erfahrung der Mitarbeiter*innen sowie der Entwicklungs- und Spezialisierungsstufe der Produktion abhängen.

Fällt der ermittelte Wert also negativ aus, sollten Sie nicht voreilig handeln. Suchen Sie gründlich nach möglichen Ursachen. Dabei sollten Sie alle Aspekte berücksichtigen, die sich auf die Arbeitsleistung der Mitarbeiter*innen auswirken können.

Im Gegenzug ist eine steigende Arbeitsproduktivität nicht immer positiv zu deuten. So können die Gründe für eine Erhöhung auch höhere Investitionen sein.

Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten, die Produktivität gezielt zu erhöhen: Entweder Sie verringern die Inputgröße oder Sie erhöhen die Outputgröße. Letzteres ließe sich z.B. durch die Weiterbildung von Mitarbeiter*innen oder den Einsatz höher qualifizierter Mitarbeiter*innen umsetzen.

Welchen Einfluss hat die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen?

Auch die Mitarbeiter*innenzufriedenheit spielt bei der Steigerung der Arbeitsproduktivität eine wichtige Rolle. Sie wird in modernen Unternehmen immer ernster genommen. Setzen Sie hierfür beispielsweise Programme für flexibles und mobiles Arbeiten um.

Auch Maßnahmen zum Ausdruck der Wertschätzung können durch eine Stärkung der Unternehmensbindung die Produktivität steigern. Dazu gehören beispielsweise Weiterbildungsmöglichkeiten sowie stetiges Feedback und die Anerkennung im Kolleg*innenkreis.

Ebenso helfen betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, das Wohlbefinden am Arbeitsplatz und damit die Arbeitsleistung zu steigern.

Betrachten Sie die Arbeitsproduktivität also nie alleinstehend. Nur so erhalten Sie einen sinnvollen Eindruck der Produktivität Ihrer Mitarbeiter*innen.

5. Warum Unternehmen die Arbeitsproduktivität berechnen sollten

Für einige Unternehmen ist die Ermittlung der Produktivität für die Bereiche Personal- und Produktionsplanung durchaus interessant. Für andere hat sie wiederum keinen Mehrwert.

Personalbedarf bestimmen

Sie kann zum Beispiel genutzt werden, um Veränderungen im Personalbedarf festzustellen. Beispielsweise wenn ein Unternehmen ein festes Mengenverhältnis von Mitarbeiter*innen und zugewiesenen Kund*innen hat, das sich verändert.

Grundlage für Personalentscheidungen

Die Kennzahl ist auch nützlich, um die Arbeitsleistung von Organisationseinheiten oder die Arbeitsleistung einzelner Mitarbeiter*innen festzustellen und zu vergleichen. Bei Personalentscheidungen wie Übernahmen oder Beförderungen von Mitarbeiter*innen kann die persönliche Produktivität entscheidend sein.

Kontrolle von Unternehmensbereichen

Anhand der Arbeitsproduktivität lassen sich Unternehmensbereiche kontrollieren und überprüfen. Durch die Messung von Ist-Werten und den Vergleich mit festgelegten Soll-Werten lassen sich Abweichungen feststellen. Auch können dadurch Aussagen darüber getroffen werden, ob Ziele erreicht wurden.

6. Fazit

Die Arbeitsproduktivität dient dazu, den Faktor Arbeit und seine Wirksamkeit zu messen. Während die Gesamtproduktivität das Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz und Output darstellt, handelt es sich bei der Arbeitsproduktivität um eine Teilproduktivität.

Das heißt, eine Erhöhung ist nicht zwingend auf eine Leistungssteigerung zurückzuführen. Sie kann auch Folge einer besseren Verwendung von Betriebsmitteln sein. Die Steigerung ist also nicht immer positiv zu bewerten.

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