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Produktiv im Home Office: Die besten Tipps

Aude Creveau

In Zeiten der Corona-Pandemie lassen zahlreiche deutsche Unternehmen ihre Angestellten im Homeoffice arbeiten. Dabei stellte die Arbeit von zu Hause schon vorher eine sinnvolle Alternative zum Dienst im Büro dar. Und auch die Arbeitnehmer sind alles andere als abgeneigt, wie Studien zeigen.

Das Homeoffice kommt schwer in die Gänge

Seit vielen Jahrzehnten begeben sich die meisten Angestellten für ihren Job an einen bestimmten Arbeitsplatz – üblicherweise ein Büro in den Räumlichkeiten des Arbeitgebers. Weil in den letzten Jahren die Digitalisierung eine immer größere Rolle spielt, wird dieses Modell zunehmend in Frage gestellt. Denn die Aufgaben, die Arbeitnehmer am Computer im Büro erledigen, können sie genauso gut auch im Homeoffice erfüllen. Die technischen Gegebenheiten dafür stellt das Internet zur Verfügung – in Form von Cloud-Computing, Videotelefonie und anderen technologischen Entwicklungen. Dennoch ermöglicht gerade mal ein Viertel aller deutschen Firmen seinen Angestellten die Arbeit im Homeoffice.

Wer im Homeoffice ist, liebt es

Die international tätige Beratungsfirma Buffer hat im Jahr 2019 eine umfassende Befragung unter knapp 2.500 Personen aus über 30 Ländern durchgeführt, die im Homeoffice tätig sind. Die Teilnehmer der Umfrage sind in verschiedenen Branchen tätig und haben auch bezüglich ihrer Homeoffice-Erfahrung und ihres Gehalts unterschiedliche Angaben gemacht. Auf die Frage, ob sie für den Rest ihres Berufslebens zumindest teilweise von zu Hause arbeiten wollen, antwortete die überwältigende Mehrheit von 99 Prozent der Befragten mit „ja“. Dies zeigt ganz deutlich, dass das Homeoffice zwar ein Trend sein mag, aber ein fester Bestandteil der Arbeitswelt bleiben wird.

Die Teilnehmer der Buffer-Studie wurden auch gefragt, ob sie andere berufstätige Menschen dazu ermutigen, ebenfalls ins Homeoffice zu wechseln. Auch bei dieser Frage zeigte sich deutlich, wie beliebt das Arbeiten von zu Hause ist. Denn 95 Prozent der Studienteilnehmer finden die Tätigkeit im Homeoffice so vorteilhaft, dass sie Freunden und Bekannten dazu raten.

Die wichtigsten Vorteile vom Homeoffice

Laut der Buffer-Umfrage empfinden es 40 Prozent der im Homeoffice tätigen Menschen als größten Vorteil, dass sie einen flexiblen Zeitplan haben. Sie haben keinen langen Weg zur Arbeit zu bewältigen und können ihre Mittagspause problemlos für Einkäufe, den Besuch im Fitnessstudio oder ein Treffen mit Freunden nutzen. Freiberufler, die von zu Hause arbeiten, haben sogar die komplette Freiheit, was die Gestaltung ihrer Arbeitszeiten angeht. Sie können sich etwa mitten in der Nacht Projekten widmen und dafür tagsüber länger schlafen.

Ein weiterer Vorteil vom Homeoffice ist die Möglichkeit, an jedem beliebigen Ort arbeiten zu können. Schließlich sind in den meisten Fällen lediglich ein Computer und eine Internet-Verbindung nötig. 30 Prozent der von Buffer befragten Personen nannten diese Möglichkeit als größten Vorteil ihrer Tätigkeit. Ein recht häufig genannter Vorteil vom Homeoffice (14 Prozent der Befragten) ist es auch, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. Das bezieht sich vor allem auf das Fehlen des Arbeitswegs, was einen enormen Zeitgewinn ausmacht.

Mögliche Nachteile vom Homeoffice

Es ist nicht so, dass die Arbeit von zu Hause ausschließlich Vorteile hätte. Allerdings lassen sich die Nachteile vom Homeoffice recht einfach in den Griff kriegen. Beispielsweise geben 22 Prozent der von Buffer befragten Personen an, dass sie Schwierigkeiten haben, nach der Arbeit den Stecker zu ziehen. Sie neigen dazu, auch nach Dienstschluss Aufgaben zu erledigen. Dies muss man sich strikt abgewöhnen, wenn man im Homeoffice tätig ist. Andernfalls droht eine Überarbeitung oder gar ein Burn-out.

Über Einsamkeit im Homeoffice klagen 19 Prozent der Menschen, die zu Hause arbeiten. Dagegen helfen Computer-Programme, mit denen man seinen Kollegen Nachrichten schreiben oder mit ihnen per Videotelefonie in Kontakt treten kann. Zehn Prozent der Homeoffice-Arbeiter erkennen zu viele potentielle Ablenkungen in ihren eigenen vier Wänden. Mit der nötigen Willensstärke lässt sich dieser Aspekt mit Leichtigkeit aus dem Weg räumen. Gleiches gilt für den Mangel an Motivation, den 8 Prozent der Befragten beklagen.

Was es für das Homeoffice zu beachten gibt

Ganz gleich, ob ein Arbeitnehmer schon seit längerer Zeit im Homeoffice tätig ist oder erst durch die Corona-Krise dazu gezwungen ist: Bei der Arbeit von zu Hause sind einige Aspekte zu bedenken, die sie von der Tätigkeit in einem Büro unterscheidet. Daher gilt es im Folgenden, die wichtigsten Fragen zum Homeoffice zu beantworten.

Fester Arbeitsplatz

Die erste Hürde für das Homeoffice stellt das Raumangebot in den eigenen vier Wänden dar. Denn um von zu Hause arbeiten zu können, benötigt man einen festen Arbeitsplatz. Idealerweise sollte es sich dabei um ein separates Zimmer handeln. Stellt man nämlich einen Schreibtisch ins Wohn- oder Schlafzimmer, wird der Arbeitsbereich stets mit anderen Personen und Tätigkeiten geteilt. Das ist alles andere als ideal für die Konzentration. Eine Tür, die man einfach hinter sich schließen kann, ist demnach von unschätzbarem Wert fürs Homeoffice.

Hat man ein eigenes Zimmer zum Arbeiten, dann muss man es noch als Homeoffice einrichten. Die oberste Prämisse dabei: Der Raum sollte so wenig Ablenkung wie möglich bieten. Zur Homeoffice Ausstattung sollten lediglich relevante Möbelstücke gehören, also Schreibtisch, Stuhl, Schränke zum Aufbewahren von Unterlagen sowie die passende Beleuchtung. Dazu kommen der Computer und eventuell ein Drucker. Die Homeoffice Ausstattung sollte hingegen so wenig Dekoration wie möglich beinhalten. Ein paar Bilder dürfen natürlich an den Wänden hängen, um den Raum nicht allzu zu karg erscheinen zu lassen.

Pausen und frische Luft

Langes Sitzen am Schreibtisch wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus – das gilt selbstverständlich auch für das Homeoffice. Daher ist es wichtig, regelmäßig eine kurze Pause einzulegen und zumindest ein paar Schritte durch die Wohnung zu machen. Im besten Fall kann man auf den Balkon oder in den Garten gehen, um ein bisschen frische Luft zu schnappen. Auch im Arbeitszimmer tut es gut, wenn das Fenster ab und zu offen ist.
Aufgabenplan für jeden Tag

In einem externen Büro ergeben sich die Aufgaben des Tages automatisch. Dafür und für Priorisierung der Tätigkeiten sorgen der Chef, die Kollegen und eventuell vorhandene Kunden. Wenn man sich jedoch im Homeoffice an den Schreibtisch setzt, dann kann es schwer sein, die Wichtigkeit einzelner Aufgaben zu erkennen. Deshalb ist es ratsam, kurz vor Feierabend einen Plan für den nächsten Arbeitstag zu erstellen. So weiß man am nächsten Morgen auf den ersten Blick, welche Tätigkeiten zu erledigen sind.

Fixer Tagesablauf im Homeoffice

Wer an jedem Arbeitstag ins Büro geht, der hat üblicherweise einen festen Tagesablauf. Am Morgen geht es zu einer bestimmten Uhrzeit los, am Nachmittag ist ebenfalls zu einer gewissen Zeit Feierabend. Dazwischen liegen diverse Pausen – unter anderem die Mittagspause, die je nach Unternehmen zwischen einer halben und einer ganzen Stunde lang ist. Es ist wichtig, einen solchen Rhythmus auch im Homeoffice beizubehalten.

Wer neu im Homeoffice ist, tendiert dazu, seinen Tagesablauf zu variieren. Dann wird gerne mal länger geschlafen und die verpasste Arbeit am Abend nachgeholt. Ohne Kollegen macht außerdem die Mittagspause nur halb so viel Spaß, weshalb man im Homeoffice schnell darauf verzichtet. Dies sind jedoch Fehler, die es unbedingt zu vermeiden gilt. Ideal ist es, den Arbeitsplatz jeden Morgen zu einer festen Uhrzeit zu betreten, und zwar nach dem Frühstück und dem Besuch im Badezimmer. Es ist kontraproduktiv, für diese Aufgaben ständig vom Schreibtisch aufzustehen. Wichtig ist auch, geeignete Kleidung für das Homeoffice anzuziehen. Ein Schlafanzug sollte auch im hauseigenen Büro tabu sein.

Ganz gleich, wo sich der Arbeitsplatz befindet: Eine Mittagspause muss sein. Nach Möglichkeit sollte sie auch abseits des Schreibtischs abgehalten werden. Da man im Homeoffice ohnehin nicht weit von der eigenen Küche entfernt arbeitet, dürfte dies kein Problem sein. Allerdings sollte man nicht erst mit Beginn der Pause mit dem Kochen beginnen. Stattdessen sollte die Mahlzeit bereits vorbereitet sein und lediglich aufgewärmt werden müssen. Ebenso wichtig wie die Mittagspause ist auch das Einhalten des Feierabends. Zuweilen kommt eine Mail oder ein Anruf nach Dienstschluss herein. Im Homeoffice sollte man dringend der Versuchung widerstehen, darauf zu antworten. Schließlich würde man dies im Büro auch nicht tun.

Ohnehin ist es seitens des Arbeitgebers Pflicht, die Dienstzeiten im Homeoffice zu dokumentieren. Das bedeutet, dass man den Beginn, die Pausen und das Ende aufschreibt. Weil die Arbeitszeiten nicht nachweisbar sind, basieren sie im Homeoffice auf dem Vertrauen zwischen dem Angestellten und seinem Vorgesetzten. Der Chef braucht die Gewissheit, dass der Arbeitgeber tatsächlich seine Aufgaben erledigt. Der Angestellte darf sich hingegen nicht durch seinen Vorgesetzten überwacht fühlen.

Kommunikation mit den Kollegen

Wer im Homeoffice arbeitet, ist ein „Einzelkämpfer“. Richtig? Falsch! Personen, die von zu Hause beruflich tätig sein, sitzen zwar allein in ihrem Arbeitszimmer. Allerdings können sie auf verschiedenen Wegen mit ihren Kollegen Kontakt aufnehmen. Dazu gehören vor allem Video-Chat-Programme wie Skype, WhatsApp oder Zoom. Damit können sogar Teambesprechungen abgehalten werden, während sich jeder Teilnehmer im eigenen Homeoffice befindet. Auch Textnachrichten lassen sich bequem und schnell mit den entsprechenden Apps an Kollegen verschicken. Zu nennen ist hierbei etwa der Instant-Messaging-Dienst Slack, der sich im beruflichen Umfeld großer Beliebtheit erfreut.


Fazit: Dem Homeoffice gehört die Zukunft

Das Homeoffice hat sehr viele Vorteile. Seine Nachteile lassen sich hingegen mit ein wenig Selbstdisziplin und Organisationstalent aus dem Weg räumen. Die digitalen Möglichkeiten sorgen schließlich dafür, dass man schnell das Gefühl bekommt, weiterhin Teil eines Kollegiums zu sein.

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