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Der Traum vom Arbeiten im Home Office

Frank Mittag

Arbeiten im Home Office in Europa

Arbeiten im Home Office, ja oder nein?

Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen diesem Thema oft ziemlich unterschiedlich gegenüber. Es ist in der Arbeitswelt äquivalent zu der Frage ob Ananas auf Pizza gehört, über das sich das Internet seit Jahren streitet.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gehen derzeit nur 11% aller deutschen Arbeitnehmer dem Arbeiten im Home Office nach. In den Niederlanden ist das Arbeiten im Home Office seit einigen Jahren ein gesetzlicher Anspruch und auch Frankreich, das Vereinigte Königreich oder etliche skandinavische Länder erzielen hier höheren Prozentwerte. Wie kommt es also, dass Deutschland weit unter dem EU-Durchschnitt von 17% liegt? Wieso hat man in einer Vielzahl von deutschen Unternehmen noch immer das Gefühl, dass erbrachte Arbeitsleistung nur daran gemessen wird, wann ein Mitarbeiter morgens zur Arbeit kommt und Abends das Unternehmen wieder verlässt, statt tatsächliche Leistungen wertzuschätzen?

Studie belegt: Arbeiten im Home Office steigert die Produktivität

Der US-Wissenschaftler Nicholas Bloom untersuchte in einer umfangreichen Studie für die Stanford Universität, wie sich das Arbeiten im Home Office auf die Produktivität und andere relevante Kennzahlen auswirkt.

Die Ergebnisse sprechen für ein - zumindest gelegentliches - Arbeiten im Home Office. Die Studie ergab, dass sich die Leistung der Untersuchungsteilnehmer um ganze 13% erhöhte, wenn Sie von zu Hause arbeiteten. 9% dieser 13% wurden erzielt, da Probanden tatsächlich einfach länger arbeiteten, als ihre Kollegen im Büro. Dies liegt darann, dass die Bereitschaft länger zu arbeiten steigt, wenn man sich die Zeit für den Arbeitsweg spart. Ein weiterer Grund hierfür ist, dass Arbeitnehmer ihren Vorgesetzten beweisen möchten, dass das Arbeiten im Home Office gut funktioniert und daher länger arbeiteten, um zukünftig nicht wieder auf dieses Privileg verzichten zu müssen. Die Forschungsteilnehmer waren zusätzlich seltener krank und machten kürzere Pausen.

Die verbleibenden 4% der Produktivitätssteigerung lassen sich auf erhöhte Konzentration bei der Arbeit zurückführen. Laut Bloom ist das das Ergebnis eines ruhigeren Arbeitsumfeldes und weniger Störgeräuschen wie telefonierende, oder sich unterhaltende Kollegen. Die Probanden gaben zusätzlich an, deutlich zufriedener bei und mit ihrer Arbeit zu sein.

Arbeitnehmer und ihr Traum vom Home Office

35% der 2017 im Rahmen einer Umfrage für bitkom interviewten Arbeitnehmer seien bereit für mehr Flexibilität am Arbeitsplatz und für Arbeiten im Home Office ihre derzeitige Stelle zu wechseln.

Dieser enorm hohe Anteil zeigt den Stellenwert, den Arbeitnehmer ihrer persönlichen Work Life Balance zuschreiben. Denn dies ist einer der Gründe, die Mitarbeiter als großen Pluspunkt des Arbeiten im Home Office ansehen.

Eine Stunde von Dalia, die im Februar 2017 veröffentlicht wurde zeigt, dass Deutsche durchschnittlich 60 Minuten täglich auf ihrem Arbeitsweg verbringen. Beim Arbeiten im Home Office, stünden den Arbeitnehmern also theoretisch durchschnittlich 60 Minuten täglich mehr zur freien Verfügung. Berufliches und Privatleben könnten somit besser vereint werden, bestätigten 41,3 % der von Careerbuilder befragten Arbeitnehmer.

Wie bereits erwähnt, sind Mitarbeiter mit ihrer Arbeit deutlich zufriedener, wenn Ihnen das Arbeiten im Home Office gestattet wird. Dies kann zum Einen durch das gewohnte Umfeld zu Hause erklärt werden, aber auch die vom Arbeitgeber entgegengebrachte Wertschätzung und das Vertrauen in den Mitarbeiter kann zusätzlich beflügeln.

Viele Arbeitnehmer finden sich täglich in einem eher suboptimalen Arbeitsumfeld wieder, sodass Gespräche oder Telefonate vom Kollegen die Konzentration anderer Mitarbeiter beeinflussen.

Arbeitgeber und ihr Alptraum vom Home Office

Bei insgesamt knapp 40% der deutschen Arbeitsplätze wäre es theoretisch möglich, Arbeitnehmer (gelegentlich) von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Wenn Arbeitgeber also umdenken würden, könnte die Zahl der Deutschen, die ihrer Tätigkeit im Home Office nachgehen, von 11% drastisch ansteigen.

Wenn man die Ergebnisse der Studie nach Nicholas Bloom berücksichtigt, würden Unternehmen grundsätzlich stark davon profitieren ihren Mitarbeitern den Wunsch des Arbeiten im Home Office zu gewähren. Wieso machen also selbst Pioniere des Remote-Arbeitens, wie das US amerikanische Unternehmen IBM im Jahr 2018 oder Internetunternehmen yahoo im Jahr 2015, einen Sinneswandel durch und beordern ihre Mitarbeiter zurück in die Unternehmensstandorte?

Laut der oben genannten Studie für bitkom, argumentieren 67% der befragten Unternehmen, dass sie ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Home Office nicht zugestehen, da Ungleichheit zwischen den Kollegen vermieden werden soll. Besonders in größeren Unternehmen ist dies ein Punkt, der durchaus nachvollziehbar ist, denn es können nicht alle Tätigkeiten im gleichen Maße erfolgreich von zu Hause erledigt werden.

Ein weiterer Punkt, der laut 56% der befragten Unternehmen gegen das Arbeiten im Home Office spricht ist, dass befürchtet wird, dass die Produktivität der Mitarbeiter durch den fehlenden Austausch untereinander sinken würde. 9,9% der Arbeitnehmer bevorzugen es zudem im Büro zu arbeiten, da der persönliche Austausch mit Kollegen als wichtig erachtet wird. Als weiterer Grund gegen das Arbeiten im Home Office spricht für viele Arbeitgeber, dass sie die Leistung der Mitarbeiter nicht mehr beurteilen können oder die Arbeitszeit nicht mehr kontrollieren können.

Ein aktueller Anlass, der Unternehmen Kopfzerbrechen bereitet ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Dieser schreibt unter anderem den Umgang und den Austausch personenbezogener Daten vor. Unternehmer befürchten, dass diese und andere Vorschriften von Mitarbeitern beim Arbeiten im Home Office unter Verwendung privater Netzwerke und Internetverbindungen nicht erfüllt werden könnten.

Arbeiten im Home Office - die (harte) Realität

So schön die Vorstellung vom Arbeiten von zu Hause aus auch klingen mag - es kann auch seine Schattenseiten haben.

Bei häufigem oder ausschließlichem Arbeiten im Home Office kann sehr schnell ein Gefühl der sozialen Isolation auftreten. Der fehlende persönliche Austausch zwischen Kollegen kann also tatsächlich Auswirkungen auf die Mitarbeiter haben. In diesem Fall handelt es sich allerdings nicht um den fachlichen Austausch, sondern um den mangelnden sozialen Kontakt.

Ebenfalls kann zu viel sozialer Kontakt zu Hause durch die anwesende Familie, oder Mitbewohner etc. schlecht für die Arbeitsleistung eines Mitarbeiters sein. Möchte man seinen Arbeitstag im Home Office absolvieren, wäre es unvorteilhaft, wenn beispielsweise Partner, Kinder oder andere Personen den Arbeitnehmer ablenken könnten. Wenn dem Mitarbeiter also zu Hause kein Arbeitszimmer oder "Rückzugsort" zur Verfügung steht, kann die Hoffnung in Ruhe und ungestört zu arbeiten also schnell zerstört werden. Es sollte also dafür gesorgt sein, dass dem Arbeiten im Home Office auch wirklich adäquat nachgegangen werden kann.

Mitarbeiter sollten zudem ehrlich zu sich sein: Ist man in der Lage dazu, sich selbst  zu motivieren und seiner Arbeit nachzugehen? Immerhin 4,4% der von Careerbuilder befragten Arbeitnehmer gaben an, dass Sie sich für zu undiszipliniert halten, um regelmäßig von zu Hause aus arbeiten zu können.

Ein weiterer Wermutstropfen des Traumes der Arbeit im Home Office wird durch die Forschung von Nicholas Bloom dargestellt. So werden Mitarbeiter, die von zu Hause arbeiten seltener befördert und erhalten zudem nur geringere Lohnerhöhungen als ihre im Büro arbeitenden Kollegen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Vorgesetzte erbrachte Leistungen und Erfolge von den im Büro anwesenden Mitarbeitern eher wahrnehmen und belohnen.

Home Office - Jeder kann gewinnen

Laut einer von bitkom durchgeführten Analyse gestatten mittlerweile 39% der deutschen Unternehmen das Arbeiten im Home Office und 51% rechnen damit, dass dieses Thema weiter an Relevanz gewinnen wird.

Grundsätzlich sollten feste Rahmenbedingungen gefunden werden, die Mitarbeitern entweder zu bestimmten Anlässen oder für feste Tage in der Woche oder im Monat das Arbeiten im Home Office ermöglichen. Auf diese Weise bestünde zusätzlich an den verbleibenden Arbeitstagen die Möglichkeit sich mit Kollegen auszutauschen. Zudem bietet die heutige Technologie zahlreiche Optionen, wie Videotelefonie oder Echtzeitkommunikation, die einen regelmäßigen Austausch mit Kollegen ermöglichen.

Zusätzlich zu einem zeitlichen Rahmen, sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber Zielvereinbarungen haben, an denen die erbrachte Leistung von Mitarbeiter gemessen werden kann.

Wie oben bereits erwähnt, sollten sich Unternehmen ebenfalls vor Augen führen, dass bis zu 35% der Arbeitnehmer für mehr Flexibilität am Arbeitsplatz ihren aktuellen Arbeitsplatz verlassen würden. Wenn also der Kompromiss zu gelegentlichem Arbeiten im Home Office getroffen wird, können Unternehmen die aktuell angestellten Mitarbeiter nicht nur besser an das Unternehmen binden, sie werden auch bei zukünftigen Stellenangeboten die Möglichkeit des Remote Arbeitens aufführen können und wirken dadurch für Interessenten attraktiver.


Arbeiten im Home Office mit kiwiHR

Unser Ziel ist es mit kiwiHR das Personalmanagement kleiner und mittlerer Unternehmen kostengünstig zu digitalisieren. Dabei haben Usability und die Vereinfachung Ihrer täglichen HR Prozesse höchste Priorität.

kiwiHR kann Ihnen und Ihrem Personalwesen auch dabei helfen, das Arbeiten im Home Office einfacher zu gestalten. Anträge auf Arbeiten im Home Office können Mitarbeiter in Sekundenschnelle stellen und Manager können jederzeit nachzuvollziehen, wann welcher Mitarbeiter von zu Hause arbeitet.

Zusätzlich bietet kiwiHR Unterstützung bei wichtigen Themen des Personalwesens, wie: Arbeitszeiterfassung, Fehlzeitenmanagement und Urlaubsplanung, Dokumentenmanagement, Mitarbeiter Onboarding und der Mitarbeiterverwaltung.

Bei möglichen Fragen bezüglich dem Arbeiten im Home Office oder kiwiHR freuen wir uns sehr auf Ihre Nachricht unter hello@kiwihr.com

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