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So können Sie Burnout im Unternehmen vorbeugen

Monika Slawinska

Fast 90 % der deutschen Arbeitnehmer leiden unter Stress, der zu Müdigkeit, Nervosität, Schlafstörungen und psychosomatischen Schmerzen führen kann. Etwa 60 Prozent fühlen sich durch Rückenschmerzen und Erschöpfung belastet. Die Liste der körperlichen Beschwerden ist lang. Die Konsequenz: häufiges Grübeln, das einen erholsamen Schlaf kaum mehr möglich macht. Es folgt ein Kreislauf, der schwer zu durchbrechen ist: Ein Problem führt zum nächsten. Die Burnout-Symptome häufen sich und lassen die Erschöpfung noch größer werden, wie die Umfragen und Statistiken belegen. (1) Die Kombination aus Dauerstress in der Arbeit und privatem Stress bringt viele Arbeitnehmer an ihre Grenzen.

Ähnliches gilt für den Boreout, eine chronische Langeweile, die verbunden mit Unterforderung und Desinteresse ist und ebenfalls gesundheitliche Folgen haben kann. 

Langzeit-Analysen und Statistiken zeigen, dass viele Krankmeldungen aufgrund von Burnout und Depressionen erfolgen. Die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Depressionen ist seit Ende der 1990er Jahre um mehr als das Dreifache angestiegen. Die steigende Zahl der Krankheitsfälle mit Burnout-Diagnose zeigt, dass wir umdenken müssen – und dass ein vernünftiger Schutz der Arbeitnehmer gegen Depressionen nötig ist. (2)

Oft dauert es nämlich zwischen einigen Monaten und Jahren, bis sich die Krankheit komplett manifestiert. Signale, die auf die emotionale Erschöpfung hinweisen, gibt es aber schon deutlich früher. Hier müssen Arbeitgeber ansetzen, denn die Unternehmenskultur ist oft Schuld an dieser Situation. 

Wie entsteht das Burnout Syndrom?

Viele Arbeitnehmer leben lange Zeit über ihre energetischen Verhältnisse und haben zu hohe Ansprüche an sich selbst. Stress ist eine häufige Ursache und erhöht das Burnout Risiko, doch viel Arbeit alleine muss nicht notwendigerweise zur Erschöpfung führen. Häufig sind es mehrere Gründe, die das Unwohlsein und die negativen Gefühle auslösen. Unbewusste Glaubenssätze, wie immer mehr leisten zu müssen, andauernde berufliche Belastungen und ein hoher Leistungsdruck tragen ebenfalls dazu bei.

Viele Betroffene berichten von einer fehlenden Balance zwischen Arbeit und Freizeit. Vor allem für Führungskräfte ist dies eine große Gefahr. Auch wenn sie bereits überlastet sind und kaum noch Zeit für sich haben, kämpfen sie weiterhin im Job und wollen alles selber erledigen. Der hohe Stresspegel erschwert es, das Gleichgewicht wiederzufinden und die nötigen Auszeiten zu nehmen. Die gesundheitlichen Folgen sind klare Zeichen dafür, dass etwas geschehen muss.

Boreout kann zu ähnlichen Symptomen führen wie Burnout. Auch die Unterforderung – qualitativ oder quantitativ – wirkt sich schädigend auf den psychischen Zustand und auf die Gesundheit aus. Mit einer guten Strategie können die Arbeitgeber jedoch etwas dagegen tun, dass die Mitarbeiter über- oder unterfordert werden.

Auf diese zwölf Phasen sollten Sie achten

Im Zusammenhang mit der Burnout-Prävention ist es hilfreich, die zwölf Phasen zu kennen. Um aus dem Kreislauf auszubrechen, sollte man die ersten Signale möglichst frühzeitig erkennen, um rechtzeitig gegenzusteuern. Je später gehandelt wird, desto schwieriger wird es, aus der Negativspirale wieder rauszukommen.

Phase 1: Der ehrgeizige Zwang, sich zu beweisen

Phase 2: Der gesteigerte Einsatz – Delegieren fällt schwer

Phase 3: Vernachlässigung der persönlichen Bedürfnisse

Phase 4: Verdrängung der individuellen Bedürfnisse und Konflikte bei der Arbeit und zuhause

Phase 5: Veränderte Wahrnehmung, Umdeutung der bisherigen Werte

Phase 6: Leugnen der aktuellen Probleme, Stimmungsschwankungen

Phase 7: Rückzug von sozialen Kontakten, selbst von der Familie, Suche nach einer Ersatzbefriedigung

Phase 8: Änderung des Verhaltens, Gleichgültigkeit oder Paranoia

Phase 9: Depersonalisation, Vernachlässigung der eigenen Gesundheit

Phase 10: Innere Leere, Mutlosigkeit, möglicherweise Panikattacken

Phase 11: Depression, Selbsthass und Erschöpfung

Phase 12: Komplette Erschöpfung bis zum Zusammenbruch

Wie können Unternehmen Burnout vorbeugen?

Immer mehr Unternehmen verstehen, wie wichtig gesunde und engagierte Mitarbeiter sind. Gestresste Menschen sind häufiger krank und weniger motiviert. Darunter leidet nicht nur die Produktivität, sondern auch die Kreativität. Zu viel Stress kann mehrere negative Folgen haben:

  • Probleme beim Kundenkontakt,
  • Häufige Fehler bei der Arbeit,
  • Höhere Anfälligkeit für Unfälle

Laut Arbeitsschutzgesetz sind Unternehmen dazu verpflichtet, eine „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung“ (§5 ArbSchG) durchzuführen. Diese Fürsorgepflicht dient der Burnout Prävention. Im Rahmen der Untersuchung spielen die internen Strukturen, Arbeitsbereiche und Arbeitsprozesse eine Rolle. Im Bedarfsfall sind bestimmte Präventionsmaßnahmen einzuleiten und zu dokumentieren, um die psychischen Probleme am Arbeitsplatz zu bekämpfen.

Wie definiert man gute Arbeitsbedingungen? Da jeder Mitarbeiter unterschiedliche Bedürfnisse hat, sollten Führungskräfte genug Zeit nehmen, um zu verstehen, was für die einzelen Mitarbeiter wichtig ist. Ein offenes Gespräch über das Arbeitspensum des Mitarbeiters und mögliche Verbesserungen kann ebenfalls helfen. Vielleicht können bestimmte Aufgaben neu aufgeteilt und/oder abgegeben werden. Das wirkt sich oft positiv auf die Beziehungen zwischen den Kollegen und auf die gesamte Arbeitsatmosphäre aus.

Gleichzeitig sollte im Unternehmen eine Enttabuisierung des Themas stattfinden. Ein vertrauensvolles Verhältnis zum Vorgesetzten kann ebenfalls dabei helfen, eventuelle Probleme rechtzeitig anzusprechen.

Gerade in der aktuellen Situation ist die Trennung von Arbeitszeit und Freizeit extrem wichtig. Für einige Mitarbeiter kann eine Kürzung der Arbeitsstunden sinnvoll sein, die Umstellung auf eine Teilzeitstelle oder ein Sonderurlaub.

Damit die Arbeit abwechslungsreicher und interessanter ist, wünschen sich einige Mitarbeiter mehr Autonomie, während andere etwas Verantwortung abgeben möchten. Oft finden die Angestellten im gemeinsamen Gespräch die richtige Balance.

Ein weiterer Faktor, der für viele Arbeitnehmer zum Alltag gehört ist Multitasking. Dieser macht auf Dauer krank, denn er strapaziert die Aufmerksamkeit und wirkt sich negativ auf die Aufmerksamkeitsspanne aus. Besser ist es, die Achtsamkeit zu fördern. Möglicherweise ist eine Anpassung der Unternehmensphilosophie nötig, um die Produktivität und den Spaß an der Arbeit zu fördern.


Mit kiwiHR gegen den Burnout

Mit neuen Werten im Unternehmen haben die Mitarbeiter wieder mehr Freude an der Arbeit und fühlen sich nicht dazu verpflichtet, sich ständig aufzureiben. Die strikte Trennung von Arbeit und Freizeit hilft dabei, Abstand zu gewinnen, und sorgt für eine ausgewogene Work-Life-Balance.

Mit kiwiHR ist es möglich, Burnout/Boreout frühzeitig zu erkennen und den Folgen entgegenzuwirken. Das beginnt bereits beim Onboarding-Prozess und setzt sich bis zu den Mitarbeitern mit langer Betriebszugehörigkeit fort.

Die zuverlässige, projektbasierte Zeiterfassung hilft gegen Überlastung und Unterforderung. Mit der genauen Arbeitszeiterfassung ist auf einen Blick zu sehen, wer wie lange an einem bestimmten Projekt arbeitet.

Die Arbeitszeiterfassung ist im Zusammenhang mit der Burnout Prävention sehr hilfreich. Sie verhindert unnötige Zeitverschwendung und bündelt das Potenzial der Mitarbeiter. In den Führungspositionen lässt sich durch das HR-Zeitsystem eine Doppelbelastung vermeiden, die gerade in KMU an der Tagesordnung ist. Gleichzeitig sorgt die Automatisierung der HR-Prozesse für eine komfortable Zeiterfassung und Urlaubsplanung – sekundenschnell und transparent.

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