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HR-Analytics und Berichte im Unternehmen

Jazmin Lopez

HR Analytics oder Workforce Analytics sind neue Instrumente, die Daten aus dem Personalwesen mit anderen im Unternehmen gewonnenen Daten verknüpfen, um so Rückschlüsse auf zukünftiges Verhalten der Mitarbeiter zu gewinnen. Das Verfahren bedient sich dabei aus Erkenntnissen der Psychologie, insbesondere der Verhaltenswissenschaften, der sogenannten Business Intelligence und Verfahren zur Auswertung großer Datenmengen, die man als Big Data bezeichnet. HR-Analytics ist auch unter People Analytics bekannt.

Warum HR-Analytics sinnvoll sind

Führungskräfte, die Personalverantwortung tragen, wird durch diese Methode dabei geholfen, Entscheidungen aufgrund solider Daten zu fällen. Sie hilft, fundierte Bewertungen über das Verhalten einzelner Mitarbeiter zu treffen, gezielte Weiterbildung und Vermittlung speziellen Wissens einzuleiten oder die Gründe einer unerwünschten Fluktuation zu ermitteln. Darüber hinaus gibt das Verfahren Hinweise zur Mitarbeiterauswahl, bietet eine Altersstrukturanalyse, beleuchtet die Zufriedenheit der Mitarbeiter und nicht zuletzt hilft er Führungskräften, Schwächen im Führungsstil zu beheben.

Die von HR-Analytics unterstützten Berichte

Das Erheben von umfangreichen Daten ist die eine Sache, die Aufarbeitung und Darstellung eine andere. In Folge werden die unterstützten Berichte und deren Aussagekraft dargestellt.

Berichte über Fehlzeiten

Gemeint sind hier nicht nur die Ausfallzeiten durch Krankheit, sondern auch das Muster, nach dem Urlaub und Fehltage genommen werden. Fehlzeiten sind für die meisten Mitarbeiter sehr wichtig und eine flexible Urlaubsregelung spricht für ein gutes Unternehmen. Nach der Metlife-Studie über die Leistungen eines Unternehmens war im Jahr 2019 für 72 Prozent der befragten Angestellten die Freizeitregelung der Firma wichtig. Darum sollten Führungskräfte darauf achten, dass ihre Untergebenen die Möglichkeit haben, ihren Urlaub zu nehmen und sich nicht selbst in der Firma verbrennen.

Die andere Seite der Medaille ist, dass es auch Mitarbeiter gibt, die nach auffälligen Mustern krank werden. Typisch, und auch ohne aufwändige Analyseverfahren erkennbar, sind Krankmeldungen nach wichtigen Sportereignissen, oft auch ohne ärztliches Attest.

Mit den automatisch aufgezeichneten Daten behalten Vorgesetzte den Überblick. Sinnvolle Algorithmen erkennen ungewöhnliches Verhalten und zeigen dieses auf. Dies ist ein Gewinn für die Firma und die Mitarbeiter gleichermaßen. Die drohende Überarbeitung eines Angestellten wird genauso angezeigt wie vorgetäuschte Krankheiten, ein Pluspunkt für jedes Unternehmen.

Übermäßige Überstunden aufzeigen

Ähnlich der Fehlzeiten ist auch die Bewertung von Überstunden anhand von Arbeitszeiterfassung ein wichtiges Merkmal für Personalentscheidungen. Wird gemeinhin angenommen, dass Mitarbeiter, die viele zusätzliche Arbeitsstunden leisten, ein Gewinn für die Firma sind, zeigen Studien, dass dem nicht so ist. Menschen, die zu viel arbeiten, werden öfter krank, leiden vermehrt an Herz-Kreislauferkrankungen, kämpfen häufiger mit psychischen Problemen und konsumieren im Schnitt mehr Drogen. Jeder Vorgesetzte sollte also genau darauf achten, dass die ihm anvertrauten Mitarbeiter neben der Arbeit genug Zeit haben, um sich zu erholen. Die Arbeitskraft der Angestellten ist ein nicht unbedeutendes Kapital eines jeden Unternehmens und sollte nicht durch vermeidbare Überarbeitung gefährdet werden.

Auf Dienstalter und Jubiläen hinweisen

Mitarbeiter möchten für ihr Engagement in Ihrem Unternehmen beachtet und belohnt werden. Willkommene Anlässe dazu sind zum Beispiel Jubiläen oder Geburtstage, die in angenehmer Atmosphäre gefeiert werden sollten. Die Idee dahinter ist, dass eine Kultur der Anerkennung die Menschen dauerhaft an die Firma bindet. Angestellte, die spüren, dass ihre Arbeit einen hohen Wert für den Betrieb hat, bleiben dieser eher treu und sind sogar zu zusätzlichen Leistungen bereit. Wertgeschätzte Mitarbeiter arbeiten nachweislich effizienter und steigern so Umsatz und Qualität der Produkte.

Mitarbeiterpflege und Entscheidungshilfen bei Neueinstellungen

HR-Analytics helfen auch bei der Pflege des bestehenden Personals und sogar bei der Bewertung von Bewerbern. Ob die Belegschaft zufrieden ist, oder die Zeit im Unternehmen nutzt, um sich einen besseren Arbeitsplatz zu suchen, zeigt die Fluktuationsrate am deutlichsten. Ist diese zu hoch, sollte nach dem Grund gesucht werden. Dabei hilft HR-Analytics, weil Ausscheidungsgespräche besser ausgewertet werden und auf mögliche Verbesserungen hingewiesen wird.

Bei neuen Mitarbeitern, deren Auswahl mittels eignungsdiagnostischer Verfahren unterstützt wird, helfen durchdachte Reporte, die Leistung und Entwicklung vom ersten Tag an zu beurteilen und zu lenken. Statt diffuser Eindrücke erhält der Verantwortliche belastbare Informationen, die seine Entscheidungen mit Fundament versehen.

Die Aufgabengebiete der HR-Analytics

Alles in allem findet die HR-Analytics in sieben Bereichen Anwendung. Diese sind aufgezählt Folgende:

  • Fundierte Algorithmen zur Verhaltensvorhersage 
  • Hilfe bei der Mitarbeiterauswahl und -pflege 
  • Durchführung einer Altersstrukturanalyse 
  • Steigern der Mitarbeiterzufriedenheit 
  • Anregungen für die Verbesserung von Führungskräften 
  • Stärkung der Transparenz der Zusammenarbeit 
  • Analyse von Kündigungsgründen 

Fazit

Ein modernes Unternehmen sollte auf die Methoden der HR-Analytics nicht verzichten. Zu kostbar ist die Arbeitskraft der Mitarbeiter, die ohne gute Führung und eine gediegene Unternehmenskultur schnell das Werk verlassen. Kosten für Personalsuche, Einarbeitung und Schulung schmälern den Gewinn und die Wirtschaftskraft der Firma nachhaltig. Zudem gewinnt mit jedem Angestellten, der den eigenen Betrieb verlässt, die Konkurrenz an Kraft.

Berichte sind dabei nur der erste Schritt zur Implementierung einer effektiven Strategie, die auf eine datengesteuerte Entscheidungsfindung beruht. Am Ende werden nur die Organisationen überleben, die wenige Schwachstellen in der Mitarbeiterführung aufweisen. Große Unternehmen betreiben allesamt HR-Analytics in der einen oder anderen Form. Google ist sogar Vorreiter, weil diese Firma detailliert ermittelt hat, wie Führungskräfte am effizientesten arbeiten, um die Untergebenen zu produktiven und konstruktiven Ergebnissen zu führen.

Orientieren auch Sie sich an den Erfolgen namhafter Unternehmen. Schließen Sie die Lücken in Ihrer Organisation, Erkennen rechtzeitig die Schwachstellen und leiten geeignete Gegenmaßnahmen aufgrund der detaillierten Handlungsempfehlungen frühzeitig ein. Sorgen Sie für weniger Fluktuation, erhöhen Sie zielsicher die Qualität der Ihnen anvertrauten Arbeitsplätze und helfen so mit, dass Ihr Betrieb oder Ihre Abteilung auch in Zukunft produktiv und erfolgreich ist.

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