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Mitarbeiterbindung im Unternehmen

Sabrina Fiorin

Der deutsche Arbeitsmarkt gilt als Arbeitnehmermarkt. Der Fachkräftemangel kostet die mittelständischen Unternehmen in Deutschland jedes Jahr mehrere Milliarden Euro. Die Suche nach Bewerbern ist teuer und zeitaufwendig. Auch die Einarbeitung neuer Mitarbeiter ist mit hohen Kosten verbunden. Es gilt daher, die Mitarbeiterfluktuation zu verringern und mehr in die Mitarbeiterbindung zu investieren. Unternehmen müssen Anreize schaffen, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen und ihre Mitarbeiter langfristig an sich zu binden. Wir erklären, wie das geht.

Was bedeutet Mitarbeiterbindung?

In vielen Unternehmen steht eine große Frage im Raum: Wie finden wir die richtigen Mitarbeiter und wie sorgen wir dafür, dass diese möglichst langfristig Teil des Unternehmens bleiben?

Es scheint heutzutage längst normal geworden zu sein, dass Arbeitnehmer den Arbeitgeber wechseln, wenn sich dies gerade anbietet und man bessere Konditionen angeboten bekommt. Arbeitnehmer, die einem Unternehmen bis zur Rente treu bleiben, gibt es immer seltener. Satte 85% der Mitarbeiter fühlen sich beispielsweise emotional wenig oder gar nicht an ihren Arbeitgeber gebunden.

Warum ist Mitarbeiterbindung so wichtig?

Für Unternehmen ist es außerdem nicht mehr so leicht, schnell Ersatz zu finden. Der Fachkräftemangel trifft den Mittelstand besonders hart. Studien zeigen, dass viele Arbeitnehmer keine Mitarbeiterbindung gegenüber ihrem Arbeitgeber verspüren.

Es wird bemängelt, dass Unternehmen zu wenig agil sind, die Fehlerkultur keine neuen Ideen und Experimente zulässt, der Informationsaustausch unter Kollegen fehlt und die Eigenverantwortung nicht gefördert wird.

Daher müssen HR-Abteilungen durch verschiedene Maßnahmen, die Teil eines Retention-Programms sind, dafür sorgen, dass die Mitarbeiter verstehen, dass der Firma Ihr Wohlergehen am Herzen liegt.

Wie können Sie gute Mitarbeiter dauerhaft halten?

Man muss bei der Mitarbeiterbindung die emotionale Komponente aktiv miteinbeziehen. Hier ist es wichtig, dass sich Mitarbeiter mit dem Unternehmen und den Unternehmenszielen identifizieren können. Die Leistungen des Unternehmens wie das Entgelt, die zugeteilten Verantwortungen oder die Aussicht auf eine gesunde Work-Life Balance sollten mit den Erwartungen des Arbeitnehmers bestmöglich übereinstimmen.

Wenn in einem Unternehmen die Mitarbeiterfluktuation hoch ist, entstehen dadurch Kosten. Auch das Unternehmenswachstum wird durch die immer wieder notwendige Einarbeitung neuer Mitarbeiter und fehlende Mitarbeiterbindung stark beeinträchtigt.

Neue Ideen und Ziele lassen sich schlechter umsetzen. Herrscht akuter Fachkräftemangel im eigenen Unternehmen, ist man mit der Zeit nicht mehr konkurrenzfähig. Bis es jedoch zur Mitarbeiterfluktuation kommt, sind andere Auswirkungen von niedriger Mitarbeiterbindung festzustellen.

Laut einer Studie von Gallup, haben unzufriedene Mitarbeiter eine Abwesenheitsquote, die um über 130% über der von zufriedenen Mitarbeitern liegt (8,8 Fehltage, statt 3,8). Jeder Fehltag in deutschen Unternehmen kostet diese durchschnittlich 252 Euro. Insgesamt entstehen deutschen Unternehmen durch fehlende Mitarbeiterbindung jährlich 275 Milliarden Euro.

Langfristig in Mitarbeiterbindung zu investieren, ist daher für jedes Unternehmen wichtig und sollte stets Teil der Unternehmensstrategie sein. Ein Aspekt, der hier immer wieder genannt wird ist das sogenannte Employer Branding.

Verstehen Sie die individuellen Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter

Je nach Alter, familiärer Situation, Interessen und anderen Faktoren, empfinden Ihre Mitarbeiter andere Sachen als wichtig. Wir haben für Sie Maßnahmen gesammelt, die für immer mehr Menschen wichtig sind, um sich mit einem Unternehmen identifizieren zu können.

Eine wichtige Rolle bei der Mitarbeiterbindung spielen Punkte wie:

  • die Mitarbeiterführung
  • die Gestaltung der Arbeitsbedingungen
  • die Attraktivität des Arbeitsumfelds
  • flexible Arbeitszeitmodelle
  • Programme zur Förderung der Mitarbeiter und des Nachwuchses.

Passport
  • Freizeit statt Firmenwagen

„Sabbaticals sind der neue Firmenwagen!“ sagt Nils Prüfer, Director im Bereich Compensation and Performance Management bei Kienbaum. Kienbaum befragte parallel mehr als 100 Unternehmen aus dem gesamten DACH-Raum für die „Benefits Survey 2020“. Eines der Learnings ist, dass immer mehr Mitarbeiter sich Freizeit statt Statussymbole wünschen. Verstehen Sie, was Ihren Mitarbeitern wichtig ist, um sie langfristig halten zu können, anstatt einfach die Standard-Maßnahmen in Ihrem Unternehmen einzuführen.

  • Flexible Arbeitszeiten

Als wettbewerbsfähiges Unternehmen sollten Sie gerade in diesen Zeiten flexible Arbeitszeitmodelle anbieten. Home Office und flexible Arbeitszeiten sind derzeit wichtige Themen in Bezug auf Mitarbeiterbindung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

  • Soziales Engagement

Die Anzahl der Menschen, die sich davon beeindrucken lassen, dass ein Unternehmen Gewinn machen möchte, wird immer geringer. Fragen Sie sich, welchen Einfluss Ihr Unternehmen auf die Gesellschaft hat und welchen Unterschied Sie in der Welt machen können. Das Gefühl von Gemeinschaft und Purpose ist ein menschliches Grundbedürfnis und sollte auch in der Arbeitswelt aktiv in den Alltag eingebunden werden.

  • Blicken Sie in die Zukunft

Für viele Mitarbeiter ist es wichtig zu verstehen, wohin sich das Unternehmen entwickelt und in welche Richtung sich Mitarbeiter entwickeln können und sollen. Nicht jeder Karriereweg ist geradlinig, daher ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen zu vergleichen, ob die Erwartungshaltung für beide Seiten noch zufriedenstellend ist.

Schaffen Sie eine positive Employee Experience durch digitalisierte Prozesse

Ähnlich wie bei der Customer Experience kommt es auch bei den Mitarbeitern auf jede Interaktion mit HR und Vorgesetzten an: vom Eintragen der Arbeitszeiten morgens bis zum Erhalt des Gehalts am Ende des Monats.

Wenn Mitarbeiter ihre Urlaubsanfrage nicht digital stellen können oder Stechuhren zur Arbeitszeiterfassung genutzt werden müssen, kann sich das sehr negativ auf die Wahrnehmung des Unternehmens auswirken. Überlegen Sie, ob Sie manuelle und zeitfressende Prozesse Ihren Kunden zumuten würden.

Ein umweltfreundlicheres Image kann sich ebenfalls positiv auf die Mitarbeiterbindung auswirken.

Das Personalwesen kann als Aushängeschild eines Unternehmens gesehen werden. Mit den Mitarbeitern aus diesem Team kommen Bewerber in der Regel zuerst in Kontakt. Wird hier die Digitalisierung bereits vorgelebt, dann signalisiert dies nach außen: Wir sind offen und modern. Dieses Gefühl kann zudem auch im Personalwesen zu höherer Mitarbeiterbindung führen.

Machen Sie sich als Arbeitgeber attraktiver und investieren Sie in die Zukunft Ihres Unternehmens, sowie in die Mitarbeiterbindung.


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    Quellen: Gallup Studie

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