Mann krank zuhause

Krankmeldung: Rechte, Vorgaben & Pflichten

Was versteht man genau unter einer Krankmeldung?

Mit einer Krankmeldung belegt ein Arbeitnehmer, dass er aus aus krankheitsbedingten Gründen verhindert ist, zur Arbeit zu erscheinen.

Dabei muss sich der Arbeitnehmer an die Anzeige- und Nachweispflicht halten.

Was besagt die Anzeigepflicht?

Laut § 5 Abs. 1 EFZG muss der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber unverzüglich bei einer vorliegenden Erkrankung kontaktieren. Das heißt, sobald der Angestellte merkt, dass es ihm nicht gut geht und er nicht zu Arbeit kommen kann, muss er sich bei seinem Arbeitgeber krank melden. Neben der Pflicht sein Fehlen zu melden, muss er außerdem angeben, wie lange die Fehlzeit voraussichtlich andauern wird.

Welche formalen Vorgaben gibt es?

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Vorgabe, wie die Krankmeldung auszusehen hat. Es müssen interne Vorgaben berücksichtigt werden, zum Beispiel bei wem und auf welche Art (Krankmeldung per Telefon, Krankmeldung per Email, SMS, WhatsApp etc. ) man sich krank melden muss.

Ist eine Krankmeldung per Whatsapp oder SMS ausreichend?

Entscheidend bei einer Krankmeldung ist, dass sie zum richtigen Zeitpunkt (Arbeitsbeginn) an die richtige Person gelangt - das ist in den meisten Fällen die Personalabteilung oder der Chef. Wenn WhatsApp als übliches Kommunikationsmittel im Unternehmen verwendet wird, ist eine Krankmeldung über diesen Kanal zulässig, sofern interne Vorgaben nicht etwas anderes vorsehen. Jedoch sollten Krankmeldungen auf keinen Fall in einen Gruppenchat geschickt werden, weil in diesem Fall nicht sichergestellt werden kann, dass sie die zuständige Person wirklich erreichen.

Was besagt die Nachweispflicht?

Gemäß § 5 Abs. 1 S. 2 EFZ muss der Angestellte eine ärztliche Bescheinigung über seine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vorlegen. Auf der Bescheinigung muss ebenfalls eine voraussichtliche Dauer festgelegt werden. Die Nachweispflicht muss bei jeglicher Art der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit an den Arbeitgeber weitergeleitet werden. Dabei ist es unwichtig, ob der Arbeitnehmer einen Anspruch auf die Fortzahlung des Entgelts hat oder nicht.

Sollte ein Arbeitnehmer länger als drei Tage krank sein, so ist er ab dem vierten Krankheitstag verpflichtet, einen Nachweis über seine Arbeitsunfähigkeit bei seinem Arbeitgeber vorzulegen. Die Nachweispflicht verlangt, dass der Angestellte seinem Arbeitgeber ein ärztliches Attest vorlegt.

Was ist der Unterschied zwischen Krankmeldung und Krankschreibung?

Während eine Krankmeldung durch den Arbeitnehmer selbst erfolgt, um den Arbeitgeber über die Krankheit zu informieren, erfolgt eine Krankschreibung durch einen Arzt in Form einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Eine Krankschreibung muss ab dem vierten Krankheitstag vorgelegt werden - es sei denn im Arbeitsvertrag wurde festgelegt, dass sie zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt eingereicht werden muss.


Was dürfen Arbeitnehmer nicht, solange sie krank gemeldet sind?

Wenn Arbeitnehmer krankheitsbedingt nicht zur Arbeit erscheinen, müssen sie alle Handlungen unterlassen, die ihre Genesung behindern könnten. Ein Besuch im Fitnessstudio sollte also nicht stattfinden. Dies gilt für Krankmeldungen und Krankschreibungen gleichermaßen.

Arbeitnehmer dürfen jedoch durchaus bereits dann wieder zur Arbeit erscheinen, wenn ihre Krankmeldung oder Krankschreibung noch gültig ist. Sie sind dann weiterhin normal unfall- und krankenversichert.

Was darf der Arbeitgeber?

Wenn ein berechtigtes betriebliches Interesse besteht, darf der Arbeitgeber krankgeschriebene Mitarbeiter kontaktieren, um benötigte Informationen einzuholen - vorausgesetzt das Krankheitsbild lässt dies zu.

Den Arbeitnehmer dazu aufzufordern, für ein Gespräch am Arbeitsplatz zu erscheinen, ist nur zulässig, wenn die Genesung dadurch nicht beeinträchtigt wird und der Arbeitgeber nachweisen kann, dass ein persönliches Erscheinen zwingend notwendig ist.

Arbeitgeber haben keinen Anspruch darauf, die genaue ärztliche Diagnose ihrer Mitarbeiter zu erfahren. Ab mehr als 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit aufgrund der selben Krankheit ist der Arbeitgeber jedoch nicht mehr zur Lohnfortzahlung verpflichtet.

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